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Die mehrfach prämierte Mini-Serie Oktoberfest 1900 erzählt von einer Reise in die Zeit der Jahrhundertwende, wo sich der Kampf zweier Wirtsdynastien um die Vormachtstellung in der Münchner Gesellschaft manifestiert. Es ist die bildgewaltige Geschichte vom Konflikt der Generationen, der von Ehre, Intrigen und Standesdünkel berichtet und den Zuschauer in die Abgeschiedenheit der Brauereien und Wirtshäuser bringt – dort, wo im Verschwiegenen die wirklich Mächtigen der Stadt ihre Geschäfte machen. Aber wie fühlte sich das Leben in München damals an? Wie sah die Theresienwiese vor 100 Jahren aus? Welche Dimensionen hatten Bierzelte? Auf diese Fragen antwortet LAVAlabs Moving Images mit der perfekten Illusion – realistisch wirkende Bilder, die mittels modernster Lösungen der VFX geschaffen wurden. Bei der Umsetzung des Serienprojekts benutzte die Produktionsfirma Autodesk-Lösungen, wie MAYA, SHOTGRID und ARNOLD.

Visuelle Effekte für Film, Fernsehen und Werbung

LAVAlabs Moving Images GmbH & Co. KG beschäftigt an vier Standorten in Deutschland (Düsseldorf, Stuttgart, Frankfurt und Berlin) rund 70 Mitarbeiter. Seit der Gründung des Kreativstudios vor zehn Jahren haben sich die Spezialisten für visuelle Effekte und Animation im nationalen und internationalen Spielfilmmarkt, bei Serien, anderen TV-Formaten sowie Werbefilmen einen Namen gemacht. Auch Serien bei Streamingdiensten wie Netflix, Amazon und Magenta entstehen regelmäßig mit dem Know-how aus Deutschland.

Von der ersten Beratung bis zur Erstausstrahlung

Die Kölner Zeitsprung Pictures produzierte die Mini-Serie in Zusammenarbeit mit Violet Pictures und der tschechischen Maya Production sowie unter Senderbeteiligung von BR, ARD Degeto, WDR und MDR. LAVAlabs erhielt dabei von der ausführenden Filmproduktion den Auftrag, das Oktoberfest des Jahres 1900 wieder lebendig zu machen. Im März 2019 fand dazu der erste Termin statt; mit der Umsetzung war LAVAlabs von September desselben Jahres bis Mai 2020 beschäftigt. Ein straffer Zeitplan: Die Erstausstrahlung der Serie in der ARD war bereits im September 2020; seit Juni 2021 ist sie auf Netflix verfügbar.
Michael Brink, Geschäftsführer bei LAVAlabs, bezeichnet diesen Ablauf als branchentypisch: „Wir starten üblicherweise mit der ersten Beratung mit einem Vorlauf von bis zu einem Jahr. Bereits vor dem Dreh steht fest, welche Einstellungen später zu VFX Shots werden. Die Menge und Komplexität der VFX Shots ist schließlich mit ausschlaggebend für die Herstellungskosten eines Filmes. Die Liste der VFX-Szenen reicht von aufwändigen 3D Animationen über Crowd Replications bis hin zu Wire Removals und Comps jeder Art. Je genauer wir hier schon die Wünsche unserer Auftraggeber auf ihre Umsetzbarkeit hin überprüfen können und auch den finanziellen Spielraum der Produzenten kennen, desto besser. VFX made in Germany auf internationalem Niveau ist möglich – erfordert aber Zeit, Geld und State-of-the-Art-Tools.“

Kulissen, Komparsen – oder doch alles virtuell?

Die Herausforderung bei einem historischen Stoff lautet: Wie lässt man diese Zeit auf- und erleben, ohne sie komplett am Set nachbauen zu müssen? Ganz ohne Kulissen geht es in der Regel nicht. So wurde auch für Oktoberfest 1900 auf der grünen Wiese eine Art Westernstadt erbaut, in der nur die Fassaden entlang der Hauptstraße echt sind, die Gebäude dahinter aber digital ergänzt wurden. Auch bei Massenszenen wie bei den Bierzelt-Innenaufnahmen mit Tausenden Besuchern ist es eine Mischung: Die ersten Reihen der Feiernden werden von Komparsen dargestellt, dann kommt Greenscreen-Technik zum Einsatz. Durch eine digital crowd, also eine digital erzeugte Menschenmenge, wird das Zelt optisch vergrößert.
Bei älteren historischen Serien fällt oft auf, wie wenige Personen oder Gebäude im Bild zu sehen sind; aus der Totalen wird kaum gefilmt. Das liegt einerseits daran, dass Originalschauplätze meist nicht mehr zur Verfügung stehen – obwohl die Theresienwiese immer noch Veranstaltungsort für das Oktoberfest ist, hat sie mit der früheren Anlage wenig gemeinsam. Zudem wären in diesem Fall neue Gebäude, moderne Straßenlaternen oder unhistorische Hinweisschilder im Bild kaum zu vermeiden – von Störfaktoren wie Flugzeugen mal ganz abgesehen. Michael Brink dazu: „Visuelle Effekte sind die absolute Kreativität, Bilder auf die Leinwand zu bringen, die so sonst nicht umsetzbar wären. Heute wäre es gar nicht mehr möglich, die erforderliche Menge an originalgetreuen Kostümen, Pferdefuhrwerken oder Requisiten bereit zu stellen. State-of-the-Art-VFX ermöglicht es jedoch, die Umgebung historisch korrekt darzustellen. Was sollen Zuschauer sehen und was nicht? Mit Visual Effects haben wir es in der Hand und können die perfekte, in diesem Fall, historische Illusion schaffen. Unsere technischen und künstlerischen Möglichkeiten sind nahezu grenzenlos. Und wenn es im Raum ganz still vor Staunen wird, haben unsere VFX-Supervisor und -Producer alles richtig gemacht.“

Die Autodesk-Lösungen für den Erfolg: MAYA, SHOTGRID, ARNOLD


LAVAlabs setzt auch bei diesem Projekt wieder auf die führenden Produkte von Autodesk: Mit dem Shot-Verwaltungs-Tool SHOTGRID können Einstellungen und Anmerkungen verwaltet werden. Übliche Tabellenkalkulationsprogramme leisten dies nicht, da jede Info direkt mit dem jeweiligen visuellen Bild verbunden sein muss, um die Veränderungen gegenüber früheren Versionen nachvollziehen zu können. Die Software für Animation, Modellierung und Simulation MAYA – laut Michael Brink klar der „Industriestandard“ in der Branche – und ARNOLD werden gemeinsam vertrieben: Die Rendering-Software berechnet die 3D-generierten Daten, um ein fotorealistisches Ergebnis zu bekommen.

Bewährter Partner dve advanced systems:

Hardware, Software, Beratung Wie bei früheren Projekten vertraute LAVAlabs auch hier wieder auf die Expertise des Autodesk-Partners dve advanced systems (dveas). Michael Brink beschreibt die Zusammenarbeit so: „Wir können bei unserer Arbeit keine standardisierten Produkte verwenden, sondern brauchen individualisierte Hardware, Software, Server- und Rendering-Lösungen. Es ist entscheidend, dass alle Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sind. Die Experten bei dveas sind daher für uns nicht nur Reseller, sondern auch lösungsorientierte Berater. Sie unterstützen uns bei maßgeschneiderten Lösungen für unsere Projektvorhaben sowie bei der Auswahl der optimalen Lizenz- oder Mietmodelle für die jeweiligen Autodesk-Komponenten. Lösungsorientiert heißt für uns auch, dass wir genau die richtige Technik on time erhalten. Hier profitieren wir von der guten Vernetzung unserer Ansprechpartner: Sie können auch mal eine Grafikkarte oder einen Prozessor besorgen, die sonst auf dem Markt nicht verfügbar sind. Anders gesagt: Unsere Zusammenarbeit mit dveas basiert auf Vertrauen und einer langjährigen Partnerschaft. In einer Branche, die sich immer wieder aufs Neue mit wechselnden Herausforderungen auseinandersetzen muss, ist ein Netzwerk aus verlässlichen und kompetenten Partnern der Schlüssel zum Erfolg.“